Das Problem mit den Wünschen

Topping from the Bottom ist „normal“ und läßt sich in einer Beziehung, auch einer „SM-Beziehung“ nicht vermeiden. Denn beide Partner wollen glücklich sein und ihre Bedürfnisse befriedigen: sicherlich in verschiedenen Rollen – aber glücklich.


Bottom stellt sich das so vor:

„Du sollst mich mehr unterdrücken, konsequenter sein, mich mehr beherrschen…“

und verspricht dabei, noch mehr Hingabe und noch mehr Unterwerfung. Fordert Top dann konsequent seine Devotion und Demut, erklärt Bottom:

„Ich brauche mehr Zuneigung und will öfter in den Arm genommen werden.“

Und was nun? Den eigenen Willen durchsetzen? Bedürfnisse ignorieren? Darauf eingehen und sich selbst zurück stellen? Bottom beschwert sich, dass er im Haushalt helfen muss und ist sauer, wenn er nicht kommen darf. Bottom bemängelt den Kleidungsstil von Top und äußert im nächsten Atemzug seine Wünsche und Änderungsvorschläge für kommende Stunden und Tage.

Das man in diesem Dilemma steckt merkt man nicht und man kann es auch nicht vorhersehen. Wir befinden uns nicht in einer Spielbeziehung. Wir treffen uns nicht gelegentlich oder zu einem festen Termin. Wir leben zusammen. Und das macht die Sache nicht einfacher.Jeder Partner hat seine Vorstellung von dieser Beziehung, wie sie funktionieren soll und welche Rahmenbedingungen gegeben sein sollen. Kann man diese Wünsche einfach übergehen? Oder macht man sich vielleicht unglaubwürdig, wenn man sie als Top nicht ignoriert und an seiner eigenen Vorstellung festhält?Frage des Charakters. Dem einen fällt es leichter, seinen Willen konsequent und mit Androhungen und Bestrafungen durchzusetzen, ein anderer sucht sich einen anderen Weg um ans Ziel zu kommen und hantiert deshalb auch mit anderen Mitteln.Kann denn ein Top generell verlangen, dass sich Bottom mit seinen Neigungen angleicht? JA, muss er sogar. Schließlich macht es Spaß zu lenken und zu dominieren, genau deshalb hatte man sich ja darauf eingelassen. Nur nicht mit aller Gewalt.

Isabel

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